Zurück

Reutlinger 3D-Druck-Pionier unterstützt deutsche Olympia-Mannschaft

In Rio zählt jedes Gramm

Olympische Spiele in Rio de Janeiro 2016

Vom 11.-16. August stehen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Wettbewerbe der Bahnradfahrer im Teamsprint, Sprint, Keirin, Omnium und in der Mannschaftsverfolgung auf dem Programm. Deutsche Radsportler gehören in vielen Disziplinen zu den Top-Favoriten – gehen in Rio doch eine ganze Handvoll Welt- und Europameister sowie Olympiasieger an den Start. Auf dem 250 m langen Holzoval mit Kurvenneigungen von bis zu 45 Grad erreichen die Athleten und Athletinnen Geschwindigkeiten von 70 km/h und mehr. Wer aufs Treppchen will, für den sind besonders leichte und funktionsoptimierte Räder ein absolutes Muss.

Seit Anfang der 80er Jahre ist die Geräteentwicklung für den Radsport beim Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) konzentriert. Bei den Berliner Goldmachern sind derzeit mehr als 80 Mitarbeiter damit beschäftigt, Geräte für ein gutes Dutzend Sportarten zu entwickeln, messtechnisch zu begleiten und Prototypen zu bauen. Besonderes Augenmerk bei der Optimierung von Sportgeräten liegt dabei unter anderem auf der Reduzierung von Gewicht.

Die gängigen Carbon-Räder liegen heute noch über dem zulässigen Minimalgewicht von 6,8 kg. Gemeinsam mit der 3D-Laserdruck, einem Spezialisten auf dem Gebiet des Metall-Laserschmelzens (SLM), entwickelte das FES deshalb für die Wettkämpfe in Rio gewichtsreduzierte Leichtbau-Vorbauten. Im 3D-Drucker aus einer Aluminium-Legierung gefertigt, verbinden sie Lenker und Gabel verwindungssteif mit dem Carbon-Rahmen. Die Vorbauten sind strömungstechnisch optimiert, Länge und Kröpfung sind individuell auf die Bedürfnisse der achtzehn deutschen Athleten angepasst. Von Beginn an haben die Reutlinger Ingenieure von 3D-Laserdruck das FES bei der Konstruktion und Umsetzung der gewichtsparenden Geometrien fachkundig begleitet. Für die Nachbearbeitung der Oberflächen zeichnet die Wenz-Mechanik GmbH verantwortlich, die zur gleichen Unternehmensgruppe gehört. In ausgiebigen Tests im Berliner FES haben die Bauteile ihre Bruch- und Dauerfestigkeit bereits uneingeschränkt unter Beweis gestellt.

3D-Laserdruck ist Dienstleister im Bereich des Metall-Laserschmelzens (SLM). Beim SLM werden Bauteile durch die schichtweise Verschmelzung dünner, etwa 0,05 mm (= 50 µm) starker Pulverschichten aufgebaut. Es entstehen homogene, vollbelastbare Bauteile, die konventionell gefertigten Bauteilen in Ihren Eigenschaften in nichts nachstehen. Das werkzeuglose Verfahren eignet sich hervorragend zur Herstellung von Metallbauteilen mit komplexen Geometrien, wie beispielsweise der Radvorbauten für Rio.

Wenn also Anfang August die Athleten der deutschen Radsport-Nationalmannschaft in Brasilien an den Start gehen, drücken ihnen die findigen Ingenieure von 3D-Laserdruck ganz besonders die Daumen.